Wir hatten unserem Sohn (16) ein neues (gebrauchtes) Mountainbike kaufen müssen, da ihm sein altes gestohlen worden war. MTBs bekommt man üblicherweise aber nur ohne Beleuchtung. Zwar ist es immer möglich, dann halt eine Batterielampe zu einzusetzen, aber in mindestens 10% der Fälle wird es dunkel und die Lampe liegt zu Hause oder die Batterien sind leider gerade alle.
Da mir mein Sohn zu lieb ist, als dass ich ihn schwarz gekleidet bei Dunkelheit ohne Licht durch die Stadt radelnd wissen will, sollte das Rad einen Nabendynamo bekommen. Aber: Das Rad hat Steckachsen, und der dafür einzig verfügbare Nabendynamo sollte mit Einbau fast zwei Drittel des Kaufpreises des MTBs kosten, was einfach zu viel war.
Da kam mir der Tipp eines Freundes in den Sinn, der bei sich ein Reelight RL700 installiert hat.
Gesagt, bestellt, da preislich vertretbar.
Beim Versuch, es dann anzubauen, stellte sich allerdings heraus, dass Reelight beim Standard-Rad (Hollandrad etc.) sicher problemlos nach Herstelleranweisungen installiert werden kann, bei dem MTB wurde es allerdings knifflig:
Das kleinere Problem war, dass die Lampe mit einem Haltearm für die Lampenschraube der besagten Räder geliefert wird, die gibt's aber beim MTB nicht. In dieser Situation konnte ich mir aber mit einer Lampenhalterung für den Lenker (gibt's ein- oder zweiarmig für 10 - 25€) elegant behelfen.
Das größere Problem war allerdings folgendes:
Der Generator soll eigentlich an einer der Hinterradstreben befestigt werden. Bei unserem MTB sind diese aber sehr filigran und zudem aus Carbon, was mir schon beim Darüber-Nachdenken Angst machte. Dann stellte sich aber zusätzlich heraus, dass der Abstand zu den Speichen viel zu groß war, um den Generator so zu montieren, dass der geforderte Abstand von 3 - 5mm zu den Speichenmagneten eingehalten wird, da auf der einen Seite die Kettenschaltung und auf der anderen Seite die Bremsscheibe jeweils mehrere Zentimeter Raum einnehmen.
Zweiter Anlauf: Anbau am Vorderrad.
Dort boten sich die massiven Arme der Federgabel zur Montage an, sodass meine Sorge bzgl. des Carbonrahmens schon mal wegfiel.
Leider gab's da aber ein neues Problem: Die Speichen kreuzen sich gerade bei dem für die Speichenmagneten geforderten Achsenabstand von ca. 10cm, sodass sie extrem schräg gestanden und zudem nicht sicher fest gesessen hätten.
Daraufhin habe ich sie mit deutlich größerem Abstand zur Achse montiert, was zwar ein durchschnittlich schwächeres, stärker flackerndes Licht zur Folge hat, aber man kann im Dunkeln genug sehen - und vor allem - wird gesehen.
Resumé:
Das Reelight RL700 ist - mit etwas mehr Bastelei - auch an MTBs installierbar und die Bauteile sind so robust, dass sie auch mehrere Anbau-Fehlversuche problemlos überstehen..